Wir haben einiges erreicht

05. April 2023

Bei der Jahreshauptversammlung der Tittmoninger SPD zeigte sich der Ortsvereinsvorsitzende Dirk Reichenau weitgehend zufrieden mit den Ergebnissen der Stadtratsarbeit. Nach Rechenschafts- und Kassenbericht standen parteiintern Delegiertenwahlen im Vorfeld der Europawahl an. Außerdem wurden die Beiträge zum diesjährigen Tittmoninger Stadtfest und Kinder-Ferienprogramm geplant.

In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr gedachte der Ortsverein zunächst noch einmal der Anfang 2022 überraschend verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden und Bürgermeisterkandidatin Gerda Bartlechner. Dann gab Reichenau einen Überblick über die wichtigsten Themen, Aktivitäten und Initiativen im vergangenen Jahr. Dass die beiden von der SPD-Fraktion im Stadtrat eingebrachten Anträge zur Tonnagebeschränkung auf der Salzachbrücke und zur Verkehrsberuhigung in Salzachau und Ponlach mittlerweile beschlossen und realisiert seien, könne man als schöne Erfolge verbuchen. „Sehr schade“ hingegen sei, dass Tittmonings Bewerbung auf eine Landesgartenschau, an der viele Bürgerinnen und Bürger engagiert mitgearbeitet hatten, nicht erfolgreich war. Dies lastete Reichenau hauptsächlich den Gegenstimmen im Stadtrat an, die er als kurzsichtig bezeichnete: „Die meisten der im Konzept enthaltenen Projekte werden wir über kurz oder lang dennoch realisieren – nun eben leider ohne die Zuschüsse und Förderungen zur Landesgartenschau, die uns sehr geholfen hätten.“

Forderungen für den Nachtragshaushalt

Der Vorsitzende kündigte an, seine Fraktion werde zum Nachtragshaushalt 2023 angesichts der erfreulich guten Finanzlage Anträge zu wichtigen Sanierungs- und Erhaltungsvorhaben stellen, die bei den Haushaltsberatungen noch als nicht finanzierbar abgelehnt worden seien. Dazu gehörten die dringend nötige Instandsetzung des Burghauser und die Instandhaltung des Laufener Tors, verbunden mit einem Beleuchtungskonzept für beide Tore, die im Bauausschuss bereits beschlossene Wiederherstellung der teilweise denkmalgeschützten Inneneinrichtung im Braugasthof anlässlich der Neuverpachtung und die gleichfalls bereits vor Jahren beschlossene Sanierung und Aufwertung des Storchenbrunnens im Zusammenhang mit der Baumaßnahme am Stadtplatz 14.

Mammutaufgabe Burgsanierung

Zur Mammutaufgabe Burgsanierung, die von der Stadt im Zusammenspiel allein mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege zusammen finanziell nicht zu leisten sei, setze er seine Hoffnungen in ein Sonder-Förderprogramm der Bundesregierung, für das er als Burg- und Altstadtreferent in Berlin bereits vorgefühlt habe. Grundlagen für einen ersten Bauabschnitt zur Burgsanierung ist ein Gutachten und die Dokumentation des Büros Kayser aus München sowie die eindringliche Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, welches die Burg als „national bedeutsames und das kulturelle Erbe mitprägendes Kulturdenkmal“ beschreibt. „Wertvollster“ Baukörper und damit der erste Bauabschnitt einer dringenden Sanierung ist nach Meinung der Experten der mächtige Getreidekasten aus dem Jahr 1425, bzw. das hohe Walmdachwerk aus dem Jahr 1427.

Nach einem Einblick in die aktuellen Projekte der Stadtratsarbeit bilanzierte Reichenau, er sei „ganz zufrieden mit dem, was wir erreicht haben.“ Vieles von dem, was der Stadtrat jetzt beschließe, habe die örtliche SPD in ihrem Programm zur Kommunalwahl für 2020 bereits formuliert: „Inhaltlich sind wir sehr erfolgreich, auch wenn das öffentlich nicht immer so wahrgenommen wird.“ Auch die Sanierung des Burgschwaigergrabes am Städtischen Friedhof, mit dem sich jetzt alle schmückten, gehe auf seinen Antrag und eine Kostenschätzung aus dem Jahr 2018 zurück.

Planung für Stadtfest und Ferienprogramm

Der anschließende Kassenbericht des Schatzmeisters Ali Spirkl wurden von den Revisoren bestätigt, woraufhin die Versammlung den Vorstand einstimmig entlastete. Für die Aufstellungskonferenz zur Europawahl im kommenden Jahr wählte der Ortsverein dann Alexandra Jilg und Alexander Spirkl zu Delegierten. Ersatz sind Susanne Thomas und Dirk Reichenau.
Diskutiert wurde anschließend die Beteiligung der SPD am Stadtfest am 29. Juli. Man beschloss, als Vision für einen vom Verkehr zu großen Teilen entlasteten Stadtplatz, wie die SPD ihn schon lange wünscht und fordert, auf dem Mittelstreifen eine temporäre Boule-Bahn anzulegen. Hier soll zum geselligen Beisammensein beim Spiel eingeladen werden – eventuell mit einem Beerpong-Tisch für die junge Generation und Planschbecken für die Kleinen. Auch am Kinder-Ferienprogramm der Stadt will sich die SPD heuer nach den Jahren der Corona-Pause wieder beteiligen. Bei einer Spielplatz-Rallye will man Grundschulkinder einladen, die Spielplätze der Stadt gemeinsam zu entdecken und auszuprobieren.
Die Runde, in der auch drei neue Gesichter begrüßt werden konnten, diskutierte schließlich noch aktuelle Themen von der Frage, wie man als Kommune energieautark werden kann, über die Salzachrenaturierung und eine Perspektive für Tittmoninger Stadtwerke bis hin zum ÖPNV und die Einführung eines Stadtbusses für Tittmoning. Einige der Themen sollen in der nächsten Ausgabe der Ortsvereinszeitung „Stadt & Land“ zu diesem Oktober anstehenden Landtagswahl aufgegriffen werden.

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