Mit Verstärkung in die Zukunft

der neue Vorstand: Dirk Reichenau, Alexandra Jilg, Ali Spirkl, Susanne Thomas, Quirin Spirkl und Gerda Poschmann-Reichenau
Foto: Rolf Seiffert

11. Juli 2026

Zur turnusgemäßen Jahreshauptversammlung mit Vorstands- und Delegiertenwahlen kam der Tittmoninger SPD-Ortsverein am vergangenen Samstag zusammen. Verstärkt, verjüngt und mit mehr Frauenpower will man weiterhin klar Stellung zu den wichtigen lokalen Themen beziehen und dabei künftig noch mehr im Team arbeiten.

Zu Beginn der Sitzung wurde zunächst Josef Wittmann für seine zwanzigjährige Arbeit im Stadtrat gedankt. Im anschließenden Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden rief Dirk Reichenau nochmals die wichtigsten Themen und Aktionen der vergangenen zwei Jahre in Erinnerung, die 2025 im Zeichen der vorgezogenen Landratswahl und zuletzt im Zeichen der Kommunalwahl gestanden hatten. Bei Veranstaltungen mit Christian Kegel und Josef Parzinger habe man dabei auch die SPD-Kreistagspolitik thematisiert.

Reichenau erwähnte weiters die Beiträge der Tittmoninger SPD zum Stadtfest und zum Kinder-Ferienprogramm 2024, zwei Ausgaben der Ortsvereinszeitung „Stadt & Land“ sowie Stellungnahmen zu wichtigen Themen wie dem Städtischen Haushalt und der Verkehrsproblematik. Mit der Organisation einer Veranstaltung zum Thema „Meinungsfreiheit an der Grenze“ und der Unterstützung weiterer Aktionen und Demonstrationen für ein buntes Tittmoning habe man frühzeitig, laut und entschieden Stellung bezogen gegen die Gefahr, die vom Erstarken rechtsextremistischer Positionen ausgehe. Dass als Ergebnis der jüngsten Stadtratswahl nun keine der beiden großen Fraktionen mehr über eine Gestaltungsmehrheit verfüge, bezeichnete er als gefährliche Konstellation.

Statement gegen Verweigerungshaltung

Der Vorsitzende dankte nochmals allen, die sich für eine Kandidatur auf den SPD-Listen zum Stadt- und Kreistag zur Verfügung gestellt hatten. Das enttäuschende Wahlergebnis bei der Stadtratswahl im März, bei der die SPD einen Sitz einbüßen musste, führte Reichenau zum einen darauf zurück, dass es der SPD nicht gelungen sei, Menschen aus allen Ortsteilen für ihre Liste zu gewinnen. „Zum anderen war es vielleicht ein Fehler, dass ich selbst nicht ein viertes Mal zum Bürgermeister kandidiert habe“, räumte er ein.

In diesem Zusammenhang stellte er klar, seine Kandidatur für das Amt des Zweiten Bürgermeisters in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats sei böswilligen anderslautenden Meinungen zum Trotz ein ganz normales, legitimes und durchaus nicht unübliches demokratisches Vorgehen gemäß der Bayerischen Gemeindeordnung gewesen. Es gebe bei der Besetzung der Stellvertreterposten aus guten Gründen keinen Automatismus; am wichtigsten für die Entwicklung der Kommune sei eine konstruktive, vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit zwischen dem Bürgermeister und seinen Stellvertreter*innen. Seine Kandidatur sei insofern auch ein politisches Statement gegen die „Verweigerungshaltung“ der Zweiten Bürgermeisterin und der Freien Wähler in den letzten Jahren gewesen: „Auch, wenn ich wusste, dass die Aussicht auf Erfolg gering war, wollte ich ein Zeichen gegen dieses oft sprunghafte, nicht selten von Ahnungslosigkeit und Ressentiments geprägte Verhalten setzen und nochmals anbieten, mein Fachwissen, meine Sachkenntnis und meine jahrzehntelange politische Erfahrung zum Wohle der Stadt einzubringen“, so Reichenau. „Deshalb war es auch mutig vom CSU-Vorsitzenden Markus Sailer, mich vorzuschlagen.“

Wichtige Projekte für die nächsten Jahre

Für die nächsten Jahre bis 2029 stehen ihm zufolge nämlich großen Aufgaben an, darunter der Wohnungsbau am Alten Bahnhof, die Sanierung des Schulgebäudes im Rahmen des Aus-und Umbaus zur Offenen Ganztagsschule, die Windkraftanlage am Rampelsberg sowie die Sanierung der Burganlage, beginnend mit dem Troadkasten. Letzteres rechne er sich persönlich als großen Erfolg an, denn erst die Gewährung von auf seine Initiative beantragten Bundeszuschüssen habe dazu geführt, dass der Freistaat nachgezogen habe. Damit sei nun endlich diese dringend notwendige Maßnahme, „der erste Sanierungsschritt seit 200 Jahren“, für die Stadt finanzierbar geworden. Dass er den für kommenden März geplanten Baubeginn noch erleben darf, habe er nicht zu hoffen gewagt, als er das Amt des Burgreferenten von Richard Ruhland nach dessen Ausscheiden aus dem Stadtrat übernommen habe, gestand Reichenau.

Auch mit zahlreichen anderen umfassenden Maßnahmen werde erfreulicherweise weiter an der Zukunftsfähigkeit eines lebenswerten Tittmoning und aller Ortsteile gearbeitet: von der komplexen Fernwärmeplanung zur Entsiegelung und Neugestaltung des „Schwarzen Platzes“, von Investitionen in die Ausrüstung der Feuerwehren zur Modernisierung der Kanalisation in der Kirchheimer Mönchsbergstraße und zur Umgestaltung des Gerberbergs. Auch in Sachen Hochwasserschutz seien wichtige Fortschritte gemacht worden, der Breitbandausbau im Gebiet der Stadtgemeinde stehe kurz vor dem letzten Schritt. Mit dem Ausbau der St2105 bei Kay komme man deren Umwidmung zur Staatsstraße Schritt für Schritt immer näher, auch wenn die B 20 bis heute leider immer noch über den Stadtplatz führe. Und auch wenn es bedauerlich langsam gehe, sei doch die eingeschlagene Richtung zur menschengerechten Sanierung und Umgestaltung des Stadtplatzes die richtige. „Für jeden Parkplatz, den wir dort wegnehmen, muss an anderer Stelle ein neuer entstehen“, erläuterte er.

Enttäuscht über Versäumnisse

Von den Fortschritten beim Wohnungsbau in Tittmoning zeigte der SPD-Stadtrat sich enttäuscht. Ob am Alten Bahnhof, beim Wohnhof II und III im Hüttenthaler Feld oder im Baugebiet Kay-Mitte: Vermeidbare Versäumnisse, Mutlosigkeit und Fehlentscheidungen im Stadtrat hätten immer wieder zu Verzögerungen bei diesem für die Bürgerinnen und Bürger so wichtigen Thema geführt. „Wie’s geht, macht uns Fridolfing vor!“, so Reichenau. Dort habe die Kommune den Mut gehabt, selbst zu bauen, als noch Fördergelder dafür verfügbar waren. „In Tittmoning wollte der Stadtrat nicht einmal einen Referenten einladen, der uns erklärt hätte, wie‘s geht. Dann passiert halt auch nix.“

Nach dem Kassenbericht des Schatzmeisters Ali Spirkl und dem Bericht der Revisoren entlastete die Versammlung den Vorstand auf deren Antrag einstimmig. Quirin Spirkl und Josef Wittmann übernahmen die Wahlleitung, als die Mitglieder in der Folge den neuen Ortsvereinsvorstand wählten. In großer Einmütigkeit wurden Dirk Reichenau als Vorsitzender, Alexandra Jilg als seine Stellvertreterin, Ali Spirkl als Schatzmeister und Gerda Poschmann-Reichenau als Schriftführerin mit den Stimmen aller anwesenden Mitglieder wiedergewählt. Wieder im Vorstand mit dabei ist nach einer Pause außerdem Susanne Thomas als zweite stellvertretende Vorsitzende, und Quirin Spirkl soll künftig als Beisitzer die Vorstandsarbeit um eine junge Perspektive erweitern. Auch diese beiden wurden einstimmig gewählt, ebenso wie Hans Thalhauser und Gerd Kissel als Revisoren für zwei weitere Jahre bestätigt wurden. Zuletzt bestimmte der Ortsverein mit Alexandra Jilg, Susanne Thomas und Reinhard Schmid noch seine Delegierten zum Kreisverbandsparteitag. Ersatz sind Gerda Poschmann-Reichenau, Ali Spirkl und Dirk Reichenau.

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